Warum Ärzte in der Schweiz nicht zu lange angestellt bleiben sollten
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Als Arzt in der Schweiz: Warum langes Angestelltsein zur Falle werden kann
Viele Ärztinnen und Ärzte, die in die Schweiz kommen, starten erst einmal angestellt – und das ist grundsätzlich nachvollziehbar. Man möchte das Schweizer Gesundheitssystem kennenlernen, Abläufe verstehen, die Zusammenarbeit mit Versicherern, Behörden und Kolleginnen und Kollegen erleben. Der Haken daran: Für manche wird genau diese Übergangsphase unbemerkt zum Dauerzustand – mit Folgen für Freiheit, Einkommen und Altersvorsorge.
Hausärztemangel in der Schweiz: Chance und Risiko zugleich
In der Schweiz herrscht ein eklatanter Hausärztemangel. Viele Gemeinden stehen unter Druck, die hausärztliche Versorgung langfristig zu sichern. Für Ärztinnen und Ärzte bedeutet das: Es gibt heute Möglichkeiten, die es so vor einigen Jahren noch nicht gab – etwa kommunale Unterstützung bei Praxisaufbau, Kooperationsmodelle oder Einstieg in bestehende Strukturen mit echter Gestaltungsmöglichkeit.
Wer in dieser Situation zu lange in einem rein angestellten Setting bleibt, verschenkt oft genau die Jahre, in denen der Markt am offensten und die Gestaltungschancen am grössten sind.
Wenn Angestelltsein in der Schweiz zur Energie- und Geldfalle wird
In meiner Beratung begleite ich immer wieder Ärztinnen und Ärzte, die mit klaren Vorstellungen in die Schweiz kommen: Sie wollen moderne, zukunftsfähige Hausarztmedizin machen, Praxen weiterentwickeln, Schwerpunkte setzen, Teams aufbauen. Stattdessen landen sie im Alltag in endlosen Abstimmungen mit Vorgesetzten, diskutieren über Ausrichtung, Personal, Investitionen – und merken nach ein paar Jahren, dass sie zwar viel gearbeitet, aber wenig für die eigene Zukunft aufgebaut haben.
Gerade für deutsche Ärztinnen und Ärzte ist das heikel. Nach Jahrzehnten im deutschen System mit hoher Steuerlast und begrenzten Möglichkeiten der Vermögensbildung zählt in der Schweiz jedes Jahr doppelt – für Einkommen, Vorsorge und echte finanzielle Freiheit im Alter.
Kulturelle Missverständnisse: Schweizer Sicherheit vs. deutsche Ausgangslage
Ein Punkt, der selten offen angesprochen wird: Viele Schweizer Kolleginnen und Kollegen können die finanzielle Ausgangslage eines 40- oder 50-jährigen Arztes aus Deutschland nur schwer einschätzen. Wer 30 oder 40 Jahre in der Schweiz verdient und Schweizer Rentenansprüche aufgebaut hat, startet mit einem ganz anderen Polster in den Ruhestand als jemand, der aus dem deutschen „Hamsterrad“ kommt.
Für deutsche Ärztinnen und Ärzte reicht es in der Regel nicht, in der Schweiz einfach „nur gut klarzukommen“. Im Alter braucht es reale finanzielle Substanz – und die entsteht nicht von allein. Genau deshalb kann zu langes Zögern in einem angestellten Setting langfristig teuer werden.
Was dich im Video erwartet
Im neuen Video auf meinem YouTube-Kanal gehe ich genau auf diese Fragen im Detail ein: Ich zeige an einem konkreten Beratungsfall, wie ein Arzt in der Schweiz jahrelang Energie in die falschen Strukturen investiert hat, erkläre, warum der Hausärztemangel ein zeitlich begrenztes Fenster öffnet und welche Wege es in Richtung Selbstständigkeit wirklich gibt – von der Kooperation mit Gemeinden bis hin zu Gemeinschaftspraxen mit anderen Ärztinnen und Ärzten.
Wenn dich das interessiert und du darüber nachdenkst, als Arzt oder Ärztin in die Schweiz zu gehen, schau dir am besten direkt das neue Video an – dort bekommst du die komplette Einordnung und viele Details, die hier den Rahmen sprengen würden.
Den Link zum Video findest du wie immer beim Beitrag – einfach draufklicken.